07.07
2014

Die Sprache wiederfinden

Durch einen Schlaganfall oder einen Unfall können jährlich etwa 40.000 Menschen nicht mehr richtig sprechen. Wie Angehörige Betroffene unterstützen können, erklärten Logopädinnen der SRH Fachschulen in der SRH Pflege.

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„Wenn ich sprach, wirkte ich wie jemand, der auch nicht differenziert denkt. Ich hatte nicht die Möglichkeit, das zu ändern. Ich wurde jemand, der ich nicht sein wollte. Jemand, der ich nicht war.“ Sich von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mehr mitteilen zu können – für viele Menschen unvorstellbar. Ingrid Tropp Erblad hat das erlebt. So wie ihr geht es pro Jahr etwa 40.000 Menschen in Deutschland. Durch einen Schlaganfall oder einen Unfall wird ihr Gehirn so stark geschädigt, dass sie plötzlich nicht mehr richtig sprechen, lesen und schreiben können. Aphasie, Verlust der Sprache, wird diese Erkrankung genannt.

Doch mit der richtigen Unterstützung und Therapie finden Aphasiker wieder zurück ins Leben, zeigten die Logopädinnen Renate Rohde-Schweizer und Birgit Bischoff am Dienstag (23. Juni) in der SRH Pflege Heidelberg. Der Weg ist umso leichter, je mehr das Umfeld über die Schwierigkeiten im Alltag Bescheid weiß.

„Aphasie ist keine Denkstörung. Die Betroffenen wissen, was sie ausdrücken wollen. Aber Sprechen, Schreiben, Lesen und sogar das Verstehen können jeweils unterschiedlich beeinträchtigt sein“, sagte Rohde-Schweizer.
Besonders Schwierigkeiten beim Verständnis würden oft unterschätzt. Denn Aphasiker können sich viel über ihr Wissen oder aus dem Kontext erschließen. Und wenn jemand laut lesen kann, heißt das noch nicht, dass er den Satz auch wirklich versteht.

Daneben gingen die Logopädinnen auf Sprechstörungen ein. Das heißt, hier sind die Sprechorgane nicht mehr voll funktionsfähig, etwa wenn Muskeln gelähmt sind, oder jemand nicht mehr richtig atmen kann. Sprechstörungen können zum Beispiel bei Multipler Sklerose auftreten, wenn das Gehirn Muskeln nicht mehr richtig ansteuern kann.

Um die Kommunikation im Alltag zu erleichtern, gaben die Logopädinnen Tipps für Gesprächspartner. „Besonders wichtig sind Blickkontakt und Ruhe. Sprechen Sie nicht zu schnell und in kurzen Sätzen, stellen Sie klare Ja-Nein-Fragen. Als Zuhörer sollten Sie warten, bis jemand ein Wort selbst findet und nicht unterbrechen. Auch Gestik, Mimik und der Kontext können das Verständnis erleichtern“, nannte Birgit Bischoff einige Punkte.

Egal was die Ursache ist: Angehörige sind gerade in der Sprachtherapie wichtige Kommunikations-Partner. Denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene ihre Sprache ganz oder teilweise wiederfinden.

Hier können Sie sich die Präsentation zum Vortrag herunterladen.

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Christian Haas


Referent Kommunikation


E-Mail: christian.haas@no-spamsrh.de
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