03.08
2020

„Trotz Krise nicht unterkriegen lassen“

Die Corona-Zeit seit März war für Bewohner und Mitarbeitende der SRH Pflege Heidelberg nicht einfach. Hülya Hayal, eine Bewohnerin, hat sich gemeldet, weil sie sich bei allen Mitarbeitenden bedanken möchte. Wir haben uns mit ihr getroffen.

Hülya Hayal (rechts) spricht über ihren verfassten Brief mit SRH Pflege-Mitarbeiterin Michaela Rudolf (links). Foto: SRH/Fabisch

Seit drei Jahren lebt die 24-jährige Hülya Hayal im fachlich ambulant betreuten Wohnen (FABW) der SRH Pflege. Hier hat die Rollstuhlfahrerin ein barrierefreies Zimmer und den Pflegedienst, der sie im Alltag unterstützt. So kann sie ihr Leben selbstständig gestalten. Dann kam die Coronapandemie und mit ihr Besuchsverbot, Abstandsregeln und zeitweise sogar eine Ausgangssperre, um die Bewohner von Pflegeheimen besonders zu schützen.

Eine derartige Ausnahmesituation oder etwas Vergleichbares habe sie bisher noch nicht erlebt, berichtet sie. Bewegende Wochen voller Fragen, Unsicherheit und Angst liegen hinter der jungen Frau. Wochen, in denen sie sich viele Gedanken gemacht hat. Jetzt, als erste Lockerungen der strengen Regeln möglich waren, kam sie zur Ruhe und hat ihre Gedanken in einer emotionalen Nachricht an die Verantwortlichen der Pflege zusammengefasst. „Ich wollte mit dieser Nachricht einfach Danke sagen. Trotz der Krise haben wir uns alle nicht unterkriegen lassen und wir Bewohner wurden super unterstützt, dafür möchte ich mich bei allen von der SRH tausendmal bedanken“, erzählt Hülya Hayal.

Diese Unterstützung sei bei den Kontaktbeschränkungen auch nötig gewesen. Besonders das gemeinsame Mittagessen oder die Gruppenangebote haben vielen Bewohnern sehr gefehlt. „Die Stimmung war nicht immer gut, die strengen Regeln haben uns genervt, aber zugleich war den meisten klar, dass es einfach sein muss.“ Sie selbst hat während der Zeit des Lockdowns psychologische Hilfe benötigt. „Aber auch all die anderen SRH-Mitarbeiter haben sehr gut für uns gesorgt, es war immer jemand da, der uns abgelenkt oder mit Süßigkeiten versorgt hat.“ Die Aktivitäten der Mitarbeitenden innerhalb des Hauses haben viel geholfen.

Rückblickend ist Hülya Hayal, die auch Mitglied im Heimbeirat ist, einfach froh, wie gut die SRH Pflege bisher durch die Krise gekommen ist. „Ich bin sehr dankbar, dass wir uns zumindest innerhalb des Hauses treffen konnten. Die Mitarbeiter haben alles dafür gegeben, dass wir uns nicht isoliert gefühlt haben.“

Jetzt sehnt sich die junge Frau sehr nach den Gruppenangeboten der Alltagsbegleiter, die coranabedingt ausfallen mussten. Egal ob Kochen, Backen, Malen oder Spielen, vor der Krise war Hülya immer dabei. Zwar unterstützt die Alltagsbegleitung jeden Bewohner einzeln, aber gerade die gemeinsamen Aktivitäten bedeuten Normalität.

Hülya Hayal ist ein Beispiel, wie Verzahnung zwischen den verschiedenen SRH-Einrichtungen funktionieren kann. Sie wohnte sieben Jahre im Berufsbildungswerk Neckargemünd und machte dort ihre Ausbildung zur Bürokauffrau, ehe sie 2017 in die SRH Pflege kam. Hier wohnt sie und sucht aktuell nach einem Job in ihrem gelernten Beruf.

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